28.09.2026

Der Bundeskongress „Demokratie unter Druck“

Gruppenfoto der Teilnehmenden des Bundeskongress Demokratie unter Druck 2026

...und was das für unsere Courage-Arbeit in MV bedeutet

Wir sind aus MV nach Berlin gefahren – und mit vielen Impulsen im Koffer zurückgekommen.

Als Landeskoordination Mecklenburg-Vorpommern und Regionalkoordination Westmecklenburg waren wir beim Bundeskongress vom Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ dabei. Unter dem Titel „Demokratie unter Druck“ ging es um eine Frage, die auch unsere tägliche Arbeit beschäftigt: Wie können wir demokratische Bildung stärken, wenn rechtsextreme Positionen in unserem Land zunehmend normalisiert werden?

Besonders viele Anregungen nehmen wir aus den wissenschaftlichen Beiträgen und dem Austausch für unsere Arbeit mit Courage-Schulen in Mecklenburg-Vorpommern mit: 

1. Demokratie muss erfahrbar sein

Ein wichtiger Impuls kam von Prof. Dr. Sabine Achour, die die aktuelle Mitte-Studie vorstellte. Die Zahlen zeigen, dass viele Menschen mehr politische Bildung als wichtigen Ansatz gegen Rechtsextremismus sehen. Gleichzeitig wissen viele, die selbst aktiv werden möchten, nicht, wie sie konkret handeln können. Für politische Bildung bedeutet das: Es braucht Räume, in denen Menschen nicht nur über Demokratie sprechen, sondern Demokratie erleben und gestalten können.

Für uns als Landes- und Regionalkoordination ist das eine wichtige Verbindung zu unserer Arbeit vor Ort. Beteiligung darf nicht bei der Theorie stehen bleiben. Schüler*innen brauchen echte Möglichkeiten, ihre Perspektiven einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und zu erfahren, dass ihre Stimme etwas bewirken kann. Auch beim Bundeskongress wurde deshalb die Stärkung von Schüler*innenvertretungen und anderen Beteiligungsstrukturen als zentrale Aufgabe hervorgehoben.

2. Gleichwertigkeit ist das Fundament

Ein weiterer Gedanke ist uns aus dem Workshop mit Prof. Dr. Kemal Bozay besonders im Gedächtnis geblieben: Demokratie gerät dort unter Druck, wo Gleichwertigkeit, Teilhabe und Zugehörigkeit von Menschen zur Disposition gestellt werden.

Wer darf dazugehören? Wer kann selbstverständlich mitgestalten – und wer muss sich seine Zugehörigkeit erst erkämpfen? Diese Fragen führen direkt zu dem, was für uns ein zentrales Lernziel von Courage-Arbeit ist: Gleichwertigkeit.

Gleichwertigkeit bedeutet, die Verschiedenheit von Menschen anzuerkennen und gleichzeitig daran festzuhalten, dass alle Menschen die gleichen Rechte auf Zugehörigkeit, Teilhabe und Anerkennung haben. Genau diese Haltung muss im Schulalltag ihren Platz behalten – im Unterricht ebenso wie in der Schüler*innenvertretung und im alltäglichen Umgang miteinander.

Denn gerade, wenn Demokratie unter Druck gerät, braucht es Orte, an denen sie gelernt, erprobt und gemeinsam gestaltet werden kann.

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