Online-Fachtag Antisemitismuskritische Bildung 23. April 2026 10-13 Uhr

Die SoR - SmC Bundeskoordination lädt ein
Am Donnerstag, den 23. April 2026 von 10 bis 13 Uhr findet der Online-Fachtag Antisemitismuskritische Bildung statt. Antisemitische Bilder und Vorstellungen sind auch 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs tief in der Gesellschaft verankert. Antisemitische Äußerungen und Angriffe sind Alltag für Jüdinnen*Juden. Antisemitismus ist dabei, zu einer gefährlichen Normalität zu werden. Neben der rechtsextremen Erscheinungsform des Antisemitismus sind auch der religiös begründete Antisemitismus und linker Antizionismus sichtbarer geworden. Umso dringlicher ist es, Antisemitismus in den Schulen als durchgängiges Thema aufzugreifen. Im Alltag meiden es Pädagog*innen oft, das Thema anzusprechen, weil sie Konflikte in der Klasse befürchten, sich nicht gut genug auskennen mit den historischen und politischen Hintergründen oder keine geeigneten Materialien finden.
Der Online-Fachtag bietet an dieser Stelle Unterstützung. Zum Einstieg gibt Dr. Sina Arnold einen Überblick über die aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus und seine Verbreitung in unterschiedlichen Milieus. Sie wirft einen Blick auf die Entwicklung und das Verständnis antisemitismuskritischer Bildungsarbeit und nimmt dabei auch die Institution Schule in den Fokus. Im Anschluss stellen die im Themenfeld kompetenten außerschulischen Partner ihre erprobten Ansätze der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit in Arbeitsgruppen vor.
Programm
10.00 Einlass und Begrüßung
10.15 Vortrag: Antisemitismus: Erscheinungsformen und Bildungsansätze
Referentin: Dr. Sina Arnold, Gastprofessur „Interdisziplinäre Antisemitismus- und Rassismuskritik“, Universität Bielefeld, Zentrum für Antisemitismusforschung /Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ)
10.45 Arbeitsgruppenphase
12.45–13.00 Uhr Schlussfolgerungen und Verabschiedung
Arbeitgruppen
Arbeitsgruppe 1: Antisemi-Was? Ansätze der Bildungsstätte Anne Frank
Referentin: Tami Rickert, Bildungsstätte Anne Frank
Wie zeigen sich antisemitische Einstellungen bei Jugendlichen heute – und warum? Welche pädagogischen Handlungsstrategien gibt es? Was sind sinnvolle präventive Ansätze? Was ist in konkreten Konfliktsituationen zu tun? Die Bildungs- und Beratungsangebote der Bildungsstätte Anne Frank für Lehrkräfte zielen darauf ab, für die Gefahren von Antisemitismus zu sensibilisieren, in akuten Konflikten zu unterstützen und bei der Entwicklung von Handlungsstrategien gegen Antisemitismus im pädagogischen Raum zu unterstützen. In dieser Arbeitsgruppe werden Ansätze und Bildungsangebote vorgestellt und diskutiert.
Arbeitsgruppe 2: Lernplattform „An allem schuld“– wie Antisemitismus funktioniert
Referentin: Anne Goldenbogen, Bildung im Widerspruch
„An allem schuld“ ist eine interaktive Lernplattform rund um das Thema Antisemitismus. Mit Hilfe von Erfahrungsberichten, Hintergrundinfos, interaktiven Spielen und Videoportraits können sich Jugendliche und junge Erwachsene mit verschiedenen Aspekten des Antisemitismus auseinandersetzen. Das Themenspektrum der Plattform umfasst Gerüchte über Juden*Jüdinnen, den Nationalsozialismus, Verschwörungserzählungen, Israel und jüdisches Leben in Deutschland. Die Plattform kann selbstständig entdeckt oder von Lehrkräften im Unterricht genutzt werden. Dafür steht pädagogisches Begleitmaterial zum Download bereit.
Arbeitsgruppe 3: Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft
Referent: Fadl Speck, KIgA e. V., Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus
Im Kontext Schule kommen Betroffene von antimuslimischem Rassismus und Betroffene von Antisemitismus zusammen und begegnen sich aktuell vor dem Hintergrund des zugespitzten „Nahostkonflikts“. Wie wirkt beides zusammen? Wie kann diesen Phänomenen vorgebeugt und begegnet werden? Im Workshop werden pädagogische Ansätze und Methoden vorgestellt, die in den Angeboten für Schüler*innen von KIgA e. V. zum Einsatz kommen.
Arbeitsgruppe 4: Publikation „Antisemitismus – erkennen, verstehen, handeln“
Referent: Duha Binici, Anne Frank Zentrum
Die neue Publikation »Antisemitismus – erkennen, verstehen, handeln. Handreichung und Informationsmaterial für Fachkräfte und Multiplikator*innen« vom Anne-Frank-Zentrum richtet sich u. a. an Fachkräfte der schulischen Bildung, die sich selbst im Themenfeld Antisemitismus weiterbilden und Anleitungen für die eigene Arbeit erhalten möchten. Neben der Vorstellung der neuen Publikation werden den Teilnehmenden grundlegende Anregungen zum Umgang mit Antisemitismus gegeben. Anhand interaktiver Fallarbeit wird aufgezeigt, wie auf antisemitische Vorfälle reagiert werden und Antisemitismus proaktiv und präventiv begegnet werden kann.
Anmeldung
Die Veranstaltung wird online über das Konferenz-Tool Zoom stattfinden. Wir bitten darum, sich nur anzumelden, wenn die Teilnahme mit Kamera und Mikrofon möglich ist.
Wir bitten um Anmeldung bis zum 17. April 2026. Da wir nur eine begrenzte Zahl an Teilnehmenden aufnehmen können, behalten wir uns vor, die Anmeldeliste bereits deutlich früher zu schließen. Anmelden könnt ihr euch hier.
Die Bundeskoordination von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage veranstaltet den Online-Fachtag im Rahmen der Maßnahme "Lernziel Gleichwertigkeit", gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.
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